Harnstoffkonzentrationsmessung in Denitrierungsprozessen
Strenge Luftreinhaltebestimmungen weltweit verpflichten Industrieanlagen zur Kontrolle von Stickoxidemissionen (NOx). Harnstoff, ein sicherer und stabiler Stoff, wird häufig in Denitrifikationsanlagen zur NOx-Reduzierung eingesetzt. Entscheidend ist die Abstimmung der Harnstoffmenge auf die aktuellen NOx-Konzentrationen im Rauchgas, um die gewünschte NOx-Reduzierung problemlos zu erreichen.
UEine Unterdosierung reduziert die NOx-Emissionen nicht ausreichend und birgt das Risiko, gegen Vorschriften zu verstoßen. Eine Überdosierung verschwendet Reagenz, erhöht die Kosten und verursacht Ammoniak-Schlupf – nicht umgesetztes Ammoniak entweicht in die Atmosphäre. Ammoniak-Schlupf ist kostspielig, umweltschädlich und kann klebrige Salze wie Ammoniumbisulfat und Ammoniumsulfat bilden, die Anlagen verunreinigen, die Effizienz mindern und Schäden verursachen.
Herausforderungen der Online-Harnstoffüberwachung
Ablagerungen, Kristallisation und Korrosion
VerschmutzungDies ist ein anhaltendes Problem, insbesondere bei der Verdünnung von festem Harnstoff mit hartem Wasser. Die Mineralien im harten Wasser können ausfallen und so zu Ablagerungen und Verstopfungen kritischer Komponenten wie Einspritzdüsen und Sensoren führen. Dieses Phänomen kann ungenaue Messungen verursachen und häufige, kostspielige Wartungs- und Reinigungsarbeiten erforderlich machen, wodurch die Systemverfügbarkeit erheblich reduziert wird.
KristallisationDieses Phänomen tritt wahrscheinlich bei niedrigen Abgastemperaturen (typischerweise unter 200–250 °C) und auf Oberflächen auf, an denen die Harnstofflösung auf die Rohrwand trifft und einen Film bildet. Ein dickerer Film, oft verursacht durch ein erhöhtes Sprühvolumen oder eine größere Tropfengröße, erschwert die vollständige Verdunstung der Harnstoffmoleküle und führt zur Kristallbildung. Dieser Prozess ist eine Hauptursache für Verstopfungen von Sensoren und Düsen.
Thekorrosive NaturDie Harnstofflösung selbst stellt eine erhebliche Gefahr für die Instrumente dar. Bei der Harnstoffsynthese entsteht Ammoniumcarbamat, ein stark korrosives Zwischenprodukt, das herkömmliche Materialien rasch zersetzen und so zu katastrophalen Geräteausfällen führen kann. Die Auswahl der Instrumentenmaterialien muss daher oberste Priorität haben, da Standardkomponenten in dieser aggressiven Umgebung funktionsunfähig werden und ständig ersetzt werden müssen.
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Einfluss dynamischer Prozessbedingungen auf die Messung
Die physikalischen Eigenschaften der Flüssigkeit selbst erschweren präzise Messungen. Die Dichte einer wässrigen Lösung reagiert sehr empfindlich auf Temperatur und Druck. Selbst geringfügige Temperaturschwankungen können die gemessene Harnstoff-Stickstoff-Konzentration erheblich beeinflussen. Ohne adäquate Temperaturkompensation können die Messwerte stark abweichen und dem Steuerungssystem ungenaue Daten liefern. Diese Variabilität unterstreicht die Notwendigkeit eines Harnstoffkonzentrationssensors mit Echtzeit-Temperaturkompensation, um diese Prozessschwankungen auszugleichen.
In ähnlicher Weise können Faktoren wie Strömungsgeschwindigkeit, Viskosität und das Vorhandensein von mitgerissenen Luftblasen erhebliche Messinstabilitäten und -fehler verursachen, weshalb ein Sensordesign erforderlich ist, das unter dynamischen Betriebsbedingungen von Natur aus robust und zuverlässig ist.
Die Lonnmeter-Lösung: Harnstoffkonzentrationsmessgerät
Funktionsprinzip des Harnstoffkonzentrationssensors
Das Inline-Harnstoffkonzentrationsmessgerät dient zur kontinuierlichen Konzentrations- oder Dichtemessung von binären Flüssigkeiten in Rohrleitungen, Tanks und anderen Behältern. Die Resonanzfrequenz einer schwingenden Stimmgabel ändert sich umgekehrt proportional zur Masse und Dichte der umgebenden Flüssigkeit. Der Sensor besteht aus einer U-förmigen Gabel, die elektronisch zu Schwingungen mit einer präzisen Resonanzfrequenz angeregt wird. Beim Eintauchen in eine Flüssigkeit erhöht die Flüssigkeitsmasse die effektive Masse der Gabel, wodurch deren Schwingungsfrequenz sinkt. Die hochentwickelte Elektronik des Sensors überwacht diese Frequenzverschiebung kontinuierlich. Durch Korrelation dieser Frequenzverschiebung mit einer vorprogrammierten Kalibrierkurve liefert das Gerät eine genaue und reproduzierbare Messung der Flüssigkeitsdichte.
Die eigentliche Innovation liegt in der Umwandlung eines Dichtemesswerts in einen funktionalen Konzentrationswert. Das Lonnmeter erreicht dies durch die Integration eines hochpräzisen Temperatursensors direkt in die Sonde. Dieser Sensor liefert Temperaturdaten in Echtzeit an die interne Verarbeitungseinheit, die anschließend einen ausgeklügelten Temperaturkompensationsalgorithmus anwendet. Dadurch wird der Dichtemesswert auf eine Standardreferenztemperatur korrigiert, wodurch die Auswirkungen von Temperaturschwankungen im Prozess minimiert werden. Dieser korrigierte Dichtewert wird dann in eine spezifische Konzentration, beispielsweise einen Gewichtsprozentsatz, umgerechnet. Dieses zweistufige Verfahren – Messung einer physikalischen Größe (Dichte) gefolgt von einer Umrechnung mittels Kalibrierkurve und Temperaturkompensation – ist der Schlüssel zu einer genauen und zuverlässigen Harnstoffkonzentrationsmessung.
Die Konstruktion des Stimmgabelsensors bietet in der anspruchsvollen Umgebung der Denitrifikation einen entscheidenden Vorteil. Da er keine kleinen Öffnungen, engen Kanäle oder empfindlichen Membranen aufweist, ist er von Natur aus resistent gegen Ablagerungen und Kristallisation, die andere Technologien beeinträchtigen. Seine robuste, offene Struktur ermöglicht einen freien Flüssigkeitsfluss um die vibrierenden Zinken und minimiert so die Gefahr von Mineralablagerungen oder Harnstoffkristallen, die die Messung verfälschen könnten.
Erfahren Sie mehr über Dichtemessgeräte
Entwickelt für die Denitrierungsumgebung
Lonnmeter hat seine Sensoren unter Berücksichtigung der extremen Bedingungen in Denitrifikationsanlagen entwickelt und dabei die Materialwissenschaft in den Vordergrund gestellt. Die medienberührenden Hauptkomponenten des Instruments bestehen aus robusten Materialien wie Edelstahl 316 und bieten so eine hohe Beständigkeit gegen chemische Korrosion, insbesondere gegenüber aggressiven Substanzen wie Ammoniumcarbamat. Korrosionsbeständige Materialien verlängern die Lebensdauer des Konzentrationsmessgeräts, reduzieren die Wartungsintervalle und minimieren ungeplante Ausfallzeiten.
Der integrierte Temperatursensor und ausgeklügelte Algorithmen gleichen Temperaturschwankungen aus und gewährleisten so eine stabile und zuverlässige Messwerterfassung unabhängig von Schwankungen im Prozessfluid.
Nahtlose Integration und Konnektivität
Der 4-20mA-Stromschleifenausgang des Lonnmeters lässt sich problemlos in SPS- oder DCS-Systeme integrieren, da:
- Einfache Verkabelung:Als Zweidrahtsender nutzt er ein einziges Drahtpaar sowohl für die Strom- als auch für die Signalübertragung, was die Komplexität reduziert.
- Zuverlässiges Signal:Das 4-20mA-Signal ist unempfindlich gegenüber Spannungsabfällen über große Entfernungen und resistent gegen elektrisches Rauschen und elektromagnetische Störungen.
- Lineare Skalierung:Bei einem Konzentrationsbereich von 0-100% entsprechen 4 mA 0% und 20 mA 100%, was eine einfache Skalierung im Steuerungssystem ermöglicht.
- Sicher und stabil:Eine ordnungsgemäße Erdung des Sensorgehäuses gewährleistet Signalgenauigkeit und elektrische Sicherheit und verbessert die Kompatibilität mit industriellen Systemen.
Optimale Platzierungen und praktische Vorteile
Bei der effektiven Implementierung eines Harnstoffkonzentrationssensors geht es um mehr als nur um genaue Messungen; es geht um die strategische Platzierung, um den betrieblichen Nutzen zu maximieren.
Die Harnstofflösung – Vorbereitung und Lagerung
Der erste und naheliegendste Einsatzpunkt für Sensoren liegt am Anfang des Denitrierungsprozesses: in den Tanks zur Herstellung und Lagerung der Harnstofflösung. Ein in dieser Phase installierter Sensor bildet eine entscheidende erste Verteidigungslinie der Qualitätskontrolle und stellt sicher, dass die hergestellte Lösung die korrekte Konzentration aufweist, bevor sie dem Dosiersystem zugeführt wird. Diese proaktive Messung kann Fehler durch falsche manuelle Verdünnung, Schwankungen im festen Harnstoff-Ausgangsmaterial oder die Verwendung von verunreinigtem Wasser sofort erkennen und so verhindern, dass sich diese Probleme im weiteren Prozessablauf ausbreiten und den gesamten Prozess beeinträchtigen. Die Überwachung der Konzentration im Lagertank dient zudem als wertvolles Instrument für das Bestandsmanagement und gewährleistet eine kontinuierliche und jederzeit verfügbare Versorgung mit korrekt formuliertem Reagenz.
Überwachung der Injektions- und Dosierleitungen
Um eine echte Regelung im geschlossenen Regelkreis zu ermöglichen, sollte ein Harnstoffkonzentrationsmesser in der Hochdruck-Einspritz- oder Dosierleitung unmittelbar vor den Einspritzdüsen installiert werden. Diese Positionierung gewährleistet die direkteste und genaueste Messung des in das System eintretenden Reagenz in Echtzeit. Diese Echtzeitdaten bilden die Grundlage für fortschrittliche Regelungsstrategien, die die Einspritzrate kontinuierlich anhand der gemessenen NOx-Werte im Abgas, der Katalysatortemperatur und anderer Betriebsparameter anpassen.
Während manche Steuerungssysteme Probleme aus Druckschwankungen in der Dosierleitung ableiten, liefert eine direkte, kontinuierliche Konzentrationsmessung ein robusteres und zuverlässigeres Signal. Sie kann Pumpenfehler, Teilverstopfungen oder Über- bzw. Unterdosierungen proaktiv erkennen und so eine schnelle, automatisierte Reaktion ermöglichen, bevor die NOx-Reduktionsleistung des Systems beeinträchtigt wird. Dieser Ansatz wandelt die Anlage von einem reaktiven zu einem proaktiven, vorausschauenden Wartungsmodell.
Die Korrelation mit dem Ammoniakschlupf
Der Nutzen des Harnstoffkonzentrationssensors geht weit über einen einzelnen Messwert hinaus. Durch die Bereitstellung eines stabilen und zuverlässigen Datenstroms ermöglicht der Sensor dem Steuerungssystem die präzise Regelung der Reagenzdosierung und gewährleistet so das optimale stöchiometrische Verhältnis. Diese Präzision korreliert direkt mit der Minimierung des Ammoniak-Schlupfs. Eine Überdosierung kann in Echtzeit verhindert werden, wodurch sowohl Reagenzverschwendung als auch die Umweltbelastung durch nicht umgesetztes Ammoniak reduziert werden.
Nutzen für die Kunden
- Verbesserte NOx-Reduzierung und Einhaltung gesetzlicher Vorschriften;
- Reduzierung des Reagenzienverbrauchs und der Betriebskosten
- Maximale Betriebszeit und minimaler Wartungsaufwand